Seminarhinweise - Familienaufstellungen


Um das Seminar möglichst gut nützen zu können und um vermeidbaren Risiken vorzubeugen, gelten für SeminarteilnehmerInnen folgende Teilnahmebedingungen und Hinweise :

- Entscheiden Sie bitte, welches Anliegen Sie bearbeiten wollen - das heisst, welchen HERZENSWUNSCH Sie haben ! (Das ist manchmal gar nicht so einfach, wie es klingt : Oft weiß man zwar, was man nicht mehr will - aber nicht, was man sich statt dessen wünscht.)

- Es kann sehr hilfreich sein, wenn Paare gemeinsam teilnehmen.

- Um die Wirkung des Erlebten nicht zu beeinträchtigen, wird empfohlen, sechs Wochen nach dem Seminar im privaten Umfeld nicht über die eigene Aufstellungsarbeit zu sprechen.


- Die Familienaufstellungen sind ausdrücklich keine psychotherapeutischen Seminare. Um die Impulse aus der Aufstellungsarbeit gut nützen zu können, kann anschließende beratende oder psychotherapeutische Begleitung wichtig und sinnvoll sein.

- Mit der Anmeldung erklären Sie sich sowohl mit der Verschwiegenheitspflicht einverstanden (über alles, was Sie beim Seminar von anderen TeilnehmerInnen erfahren) als auch mit der durchgehenden Anwesenheit während der Seminarzeiten.

- Die Teilnahme am Seminar erfolgt in eigener Verantwortung und auf eigenes Risiko.

- Volljährigkeit ist Voraussetzung. (In den seltenen und gut begründeten Ausnahmefällen ist ein Vorgespräch und die Zustimmung der Erziehungsberechtigten notwendig.)

- Bitte teilen Sie aktuelle Notsituationen oder schwere Erkrankungen von sich selbst und von Familienangehörigen mit, ebenso wenn Sie schwanger sind. Wenn Sie in psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung sind sowie bei vorhandenen körperlichen Erkrankungen, besprechen Sie die Teilnahme bitte mit Ihrer Therapeutin oder Ärztin (Ihrem Therapeuten oder Arzt) und informieren Sie bereits bei der Anmeldung den Seminarleiter. (Ebenso bitte über allfällige frühere psychische Erkrankungen und Behandlungen.) Wenn Zweifel bezüglich der notwendigen psychischen Stabilität bestehen, vereinbaren Sie bitte zur Klärung ein Vorgespräch mit dem Seminarleiter.

- Familienaufstellungen sind eine sehr wirksame und kraftvolle Form der Gruppenarbeit. Deswegen ist für die Teilnahme psychische Stabilität Voraussetzung. Bei Schwierigkeiten, mit der äußeren Wirklichkeit in dauerhaftem Kontakt zu bleiben (zB. Borderline, Psychose) und bei Selbstmordgefahr ist von einer Teilnahme ernsthaft abzuraten. Hier ist eine solide Vorbereitung (zB. Psychotherapie) notwendig. In dringenden Fällen kann bei Selbstmordgefahr, Borderline-Syndrom oder Psychose auch ein naher Angehöriger (Eltern, Geschwister; eventuell auch der Partner) anstatt des / der Betroffenen am Seminar teilnehmen. Unter aktuellem Drogeneinfluss (Alkoholsucht, Medikamentensucht, Einnahme illegaler Drogen) ist die erforderliche Fähigkeit zu klarer Wahrnehmung und Entscheidung beeinträchtigt und eine sinnvolle Seminarteilnahme nicht möglich.

- Die Methode der Familienaufstellung scheint sehr einfach. Als Seminarteilnehmer merkt man nicht, welche und wieviele Sicherheitsmaßnahmen ein Seminarleiter trifft, um eine hilfreiche Wirkung zu ermöglichen und schädliche Folgen auszuschließen. Bitte wenden Sie sie nicht nach einem Seminarbesuch und ohne fundierte Ausbildung selbst an - weder zur Problemlösung für sich oder andere, noch zur Demonstration oder zum Spaß !

- Um die seelischen Prozesse ungestört weiter wirken lassen zu können, ist es hilfreich, sich in den Tagen danach Zeit für Ruhe und Schlaf zu nehmen. (Die Wirkung wird manchmal ähnlich intensiv wie bei einer homöopathischen Hochpotenz erlebt.) Unruhiger Schlaf für einige Nächte kann vorkommen, da es Zeit braucht, das Erlebte zu verarbeiten. Sollten nach einem Seminar überraschend Beschwerden auftreten, setzen Sie sich bitte unbedingt mit dem Seminarleiter in Verbindung. (Die Nachbegleitung gehört zu einer verantwortungsvollen Seminarleitung.)

- Die Familienaufstellung wird manchmal als "Zaubermethode" missverstanden. (Man "lässt aufstellen" und hofft, dass sich Probleme damit quasi von selbst erledigen würden.) Sie ersetzt nicht eigenständiges Bemühen sondern ist Teil einer eigenverantwortlichen Lebensgestaltung. Für diese kann sie wertvolle Hinweise liefern. Wesentliche Voraussetzung für das Gelingen einer Aufstellung ist die ehrliche Entschlossenheit, eine Lösung zu wollen und alles dafür Notwendige zu tun.

- Aus ethischen und aus fachlichen Gründen verbietet sich die Durchführung von Aufstellungen aus Neugierde und zur Manipulation anderer Menschen.

- Es ist ein häufiges Phänomen, dass Menschen gelöste Konflikte und bereinigte Befindlichkeitsstörungen schnell vergessen und ihre Aufmerksamkeit neuen Problemen zuwenden. Das kann die rückblickende Einschätzung der Wirksamkeit von Seminaren oder Therapien verfälschen. Bitte schreiben Sie sich vor einem Seminar die wesentlichen Problempunkte Ihrer Lebenssituation und Ihre generelle Befindlichkeit auf - damit Sie quasi eine Checkliste für später haben : wo Veränderungen eingeleitet werden konnten, und wo alles beim Alten geblieben ist.

- Eine Bitte zum Abschluß dieser Hinweise : "nobody is perfect" und aus Fehlern kann man lernen. Rückmeldungen beim Seminar selbst und danach sind eine wesentliche Hilfe, um die Qualität zu unterstützen. Wenn Ihnen rückblickend etwas einfällt, was Sie sich bezüglich Seminarleitung oder Seminarorganisation anders gewünscht hätten oder möglicherweise hilfreicher gewesen wäre, dann sagen oder schreiben Sie es mir bitte.