Aufstellungsarbeit - Methode

 

Die TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit, hier sowohl Beziehungsfragen (zB. Partnerschaft, Familie, Erziehung, berufliche Beziehungen) als auch persönliche Themen zu bearbeiten.

Was immer wieder verblüfft : wie oft das Problem seine Lösung bereits in sich trägt. Indem ich eine Schwierigkeit aus meinem Leben aufstelle, bekomme ich damit meist auch bereits das Endstück des Fadens in die Hand, der zur Wurzel und zur Befreiung führt. (Besonders deutlich wird das in den "verdichteten Aufstellungen" in Anlehnung an die Arbeitsweise von Dr. Ruppert - bei der man mit 2 - 3 Stellvertretern arbeitet und die ideal für kleine Gruppen ist.)

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Grundanliegen bei den Aufstellungen ist immer, die Verantwortung für das eigene Leben zur Gänze selbst zu übernehmen.

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Es gibt sowohl die Möglichkeit einer "aktiven Teilnahme" (= man bearbeitet ein eigenes Anliegen) als auch einer Teilnahme als "Gast" (= man stellt kein eigenes Thema auf, sondern wirkt als Stellvertreter in den Aufstellungen mit). Auch die Mitarbeit als Stellvertreter kann sehr hilfreiche Erfahrungen mit sich bringen ! Sie ist gut vergleichbar mit einer homöopathischen Behandlung. In der Rolle erlebt man das "Simile" zu eigenen Thematiken.

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Dies ist kein "Familienstellen nach Hellinger", sondern eine eigenständig gewachsene Form der Aufstellungsarbeit.

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Es wird immer wieder gefragt, inwieweit das "richtig" sei, was sich in der Aufstellung zeigt - ob es einer historischen Wahrheit entspricht. Manchmal ist es tatsächlich verblüffend, wenn aus Aufstellungen gewonnene neue Informationen überprüft werden, und sie sich als richtig erweisen. Es kann aber genauso vorkommen, dass sie nicht historischen Fakten entsprechen. Familienaufstellungen sollen helfen - aber nicht Neugierde befriedigen. Es geht grundsätzlich um die innere Wirklichkeit des Klienten oder der Familie, nicht um eine "objektive Wahrheit". Es geht um die befreiende Wirkung in der "Seele" - sowohl des Teilnehmers selbst als auch für die Familie. (Dies gilt natürlich auch für Aufstellungen, die das Konzept der "Wiedergeburt" aufgreifen.)

Wenn ich zB. jemanden mit der Rolle "mein Vater" beauftrage - dann steht dort nicht der Vater, wie er objektiv war. Sondern die Verkörperung der Informationen, die mir (auch unbewusst und deswegen dem Verstand verborgen) zu meinem Vater zugänglich sind. Insoferne ist das Bild des "aufgestellten Vaters" wesentlich umfassender, als mein bewusstes und vom Verstand gestaltetes Vaterbild. Aber es ist nicht das 1:1-Abbild des realen Vaters. Daraus ergibt sich auch das Phänomen, dass es zu unterschiedlichen Ergebnissen führen kann, wenn verschiedene Menschen (zB. Geschwister) dieselben Personen (zB. ihre Eltern) aufstellen. Man kann das so beschreiben : Ich stelle den in-mir-wirkenden-Vater auf (meine in mir wirkenden Informationen von ihm) - und nicht den Vater, wie er historisch war oder ist.

Indem ich meine innere Repräsentanz einer Person oder einer Situation in der Aufstellung löse, verändere ich das, was in mir wirkt. Das kann anschließend auch der realen Person ermöglichen, anders zu werden als ich sie bisher erlebt habe, weil ich sie aus meinem bisherigen Bild von ihr frei gebe. Das kann mir ermöglichen, frei zu werden, wenn in mir erstarrte Bilder in lebendige Bewegung kommen.

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(Hinweis : Aufstellungsarbeit kann und darf nicht rechtlich und wissenschaftlich anerkannte Diagnose-  und Behandlungsformen psychischer und körperlicher Erkrankungen ersetzen !)